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Holocaust in Frankreich: Geschichte und Erinnerung

Die Pogromnacht des 9. November 1938 markiert in Deutschland - und so auch in Dresden - den Beginn der öffentlichen nationalsozialistischen Judenverfolgung. Grund genug, an diesem Tag der Schrecken des Holocausts und seine Geschichte zu gedenken. Der Holocaust geschah europaweit. In diesem Jahr richten die Sächsische Landeszentrale für politische Bildung, die Stiftung Sächsische Gedenkstätten und die Volkshochschule Dresden nach Frankreich. Was geschah in der Zeit der deutschen Besatzung eigentlich in unserem Nachbarland?

 

Der Holocaust in Frankreich weist besondere Merkmale auf: Obwohl das Land von Deutschland besetzt war, fiel - im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern - nur ein relativ geringer Teil der französischen Juden (25 %) der Vernichtung zum Opfer. In der Summe rechnet man immerhin mit ca. 76.000 ermordeten Juden. Der Vortrag geht den Gründen dieser Entwicklungen nach, zeichnet Stationen und Orte, Besonderheiten und Gründe der Judenverfolgung in Frankreich nach.

 

Die Aufarbeitung und das Gedenken an den Holocaust in Frankreich ging ebenfalls andere Wege als hierzulande. Lange Zeit vernachlässigt bzw. ignoriert, gewann das Thema erst Ende der 1970er Jahre an Bedeutung. Bekannt sind etwa die Aktivitäten von Serge und Beate Klarsfeld, die den "Schlächter von Lyon", Klaus Barbie in Bolivien aufspürten und vor Gericht brachten. Seither nimmt das Thema einen zentralen Platz in öffentlichen Debatten ein.

 

Mit Dr. Dominique Trimbur, dem Programmleiter der international renommierten "Fondation pour la Mémoire de la Shoah » in Paris, die selbst Teil der französischen Aufarbeitungsgeschichte ist, kommt ein ausgewiesener Kenner nach Dresden. Er wird die Geschichte des Holocausts in Frankreich und seiner Aufarbeitung nachzeichnen - und darlegen, welche Rolle das Thema in politischen Auseinandersetzungen - bis in die Wahlkämpfe der Gegenwart spielt.

 

Dr. Dominique Trimbur studierte Germanistik und Geschichte der internationalen Beziehungen in Metz und Straßburg. Er promovierte 1996 zum Dr. phil über die frühen deutsch-israelischen Beziehungen. Nach einer Post-Doc-Position am französischen Forschungszentrum in Jerusalem trat er 2002 in die "Fondation pour la Mémoire de la Shoah" ein. Neben den genannten Themen publizierte er auch zum europäischen Engagement in Palästina und der Levante im 19./20. Jahrhundert.

Weitere Hinweise

In Zusammenarbeit mit der Sächsische Landeszentrale für politische Bildung und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten Sachsen

  • Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kommen Sie gern einfach vorbei.

  • Gebühr:
    gebührenfrei
  • Kursnummer: 26H14081
  • Start:
    Mo. 09.11.2026
    19:00 Uhr
    Ende:
    Mo. 09.11.2026
    20:30 Uhr
  • 1 Termin | 2 Unterrichtseinheiten
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