Der Kochkurs
An fünf Terminen (von Oktober 2025 bis April 2026) kam unter Leitung von Pierre Hänsel und Katharina Kahl eine Gruppe von 13 Teilnehmenden zum Kurs „Das Essen meiner Kindheit – Rezepte und Begegnungen“ zusammen, um gemeinsam zu kochen, sich auszutauschen und persönliche Lieblingsgerichte vorzustellen.
Wer mochte, brachte ein Rezept mit in die Runde – Gespräche darüber ließen gemeinsame Erinnerungen entstehen und riefen manches zurück ins Gedächtnis, das lange nicht präsent war.
Im Kurs wurden Gesprächsimpulse, gemeinsames Tun und das Lernen miteinander verknüpft. Dabei ging es nicht nur um das Kochen, sondern auch um biografische Bezüge, den Austausch von Erfahrungen und das Kennenlernen unterschiedlicher Kochweisen. Menschen aus dem Stadtteil fühlten sich ebenso angesprochen wie Personen von weiter her. Ermöglicht wurde der Kurs durch Eigenmittel der VHS am neuen Standort im O.D.C, mit dem Ziel, Austausch und Begegnung in den Mittelpunkt zu stellen.
Am Ende des Kurses entstand das gleichnamige Rezeptheft. Es dokumentiert eine gelungene Mischung aus den verwendeten Rezepten sowie individuellen Gesprächen – und steht für eine tolle Gruppe, die sich auch über den Kurs hinaus trifft und weiterhin zusammen kochen möchte.
Die Rezepte wurden bewusst so notiert, wie sie überliefert wurden – auch wenn sie nicht immer den gängigen Ansprüchen „korrekter“ Zubereitung entsprechen. Persönliche Erinnerungen und Erfahrungen standen im Vordergrund, nicht Kochperfektion.
Ein besonderer Dank gilt dem Koch Pierre Hänsel, der sich der Rezepte angenommen und die Zubereitung mit fachlichen Hinweisen begleitet hat. Seine Anregungen sorgten für viele Aha-Momente und zusätzliche Lerneffekte.
Das Rezeptheft erhalten Sie kostenfrei an allen Standorten der VHS-Dresden. (Solange der Vorrat reicht.)
Rezept von Daniela: Kartoffelkuchen
„Ich habe das Kuchenrezept ausgewählt, weil es mich an gesellige und schöne Nachmittage beim Kaffeetrinken erinnert. In der Zeit meiner Kindheit gab es wenige Telefone und man hat sich entweder spontan verabredet oder stand unangekündigt vor der Tür. Wenn es da für den Nachmittag keine Vorbereitungen von Gebackenem gab, hat meine Mutter halt einen Kartoffelkuchen aus dem Herd gezaubert. Der Kuchen ging schnell, machte satt und schmeckte warm einfach traumhaft. Meistens wurde vom unangekündigten Besuch ein kleines Mitbringsel, sehr zur Freude für uns Kinder, aus der Tasche geholt, was den Nachmittag somit zu voller Zufriedenheit abrundete.“
Zutaten für vier Personen:
- 375 g Mehl
- 125 g Kartoffelmehl
- 42 g Hefe
- 250 ml lauwarmes Wasser oder Milch
- 500 g geriebene rohe Kartoffeln
- 125 g Butter
- 3 Eier
- Zimt-Zucker, Salz
- 125 g Butter zum Einstreichen
Zubereitung:
Hefe mit etwas Zucker in der lauwarmen Flüssigkeit auflösen, mit Mehl und Kartoffelmehl zu einem Teig verarbeiten, ca. 20 Minuten gehen lassen. Geriebene Kartoffeln mit Butter, Eiern und Salz vermengen, unter den Hefeteig arbeiten und nochmals gehen lassen. Teig auf ein Backblech (Backpapier) daumendick ausrollen. Kuchen im Ofen bei ca. 180 °C etwa 30 Minuten backen. Butter zum Einstreichen erwärmen. Mit einer Gabel engmaschig in den gebackenen, noch heißen Kuchen stechen und die flüssige Butter auf den heißen Kuchen auftragen. Anschließend gleich die Zucker-Zimt-Mischung auf den Kuchen geben. Den Kuchen am besten warm genießen.